"Der Böblinger Kunstverein reiht sich ein in eine beispiellose Kunstlandschaft in Deutschland, um die uns andere Länder beneiden – nach neuesten Erhebungen nahezu 300 Kunstvereine haben sich im Laufe von zwei Jahrhunderten etabliert, mit unterschiedlicher Prägung und »Haltbarkeit«.
Mit rund 100.000 Mitgliedern und der Präsentation von Tausenden Künstler*innen sind die Kunstvereine neben den Galerien nicht wegzudenken, wenn es um die Förderung der Kunstschaffenden geht. Immer schon verstanden sich die Kunstvereine als Schnittstelle zwischen der gegenwärtigen Kunst und einem breiten Publikum. Die Kunst lebt, und sie lebt nur in ihrer Freiheit.
Der Böblinger Kunstverein gibt der Gegenwartskunst ein Forum, das sich nicht auf dem Mainstream bewegt und sich experimentell und konzeptionell auslebt. Er ist ein Durchkreuzungsraum für eine zuweilen ambitionierte Laienkunst und dem professionellen Werk. Der Böblinger Kunstverein fühlt sich den Künstler*innen in ihrer ganzen, auch ambivalenten Vielfalt verpflichtet.

Aktuell verfügt der Böblinger Kunstverein über zwei Ausstellungsflächen – einmal das Kabinett, das sich von einem kleinen, salonartigen Raum zu einer weitläufigen Raumflucht im Obergeschoss des Alten Amtsgerichts entwickelt hat; zum anderen die – auch von anderen Kultureinrichtungen genutzte – ]Schleuse 16[, einem Raum für experimentelle Kunst.
Das ist der ideale Raum für den Brückenschlag dieser Jubiläumsausstellung, die akzentuiert eine Quadratur des Kreises versucht – 60 Jahre Kunstverein auf einen Blick sichtbar zu machen. Von der Vergangenheit geht es zum Herzstück, der GEGENWART und weiter zur Vision. Wie und was Kunst in Zukunft sein kann, das bestimmen wir. Die Künstler*innen, die Betrachter und Kunstsammler.

Diese Gemeinschaftsausstellung visualisiert gelebte Vielfalt. Künstler*innen fanden zusammen, hatten eine Idee, die konzeptionell erarbeitet und professionell umgesetzt wurde - zum Sehen, Begreifen und Spüren. Sie fordert den Betrachter auf, sich seinen Platz im Raum zu finden und ein Stück zur großen Vision der Kunst beizutragen. Meine Gratulation gilt dem gesamten Künstler-Kollektiv für diese umfassende Installation.

Diese begleitende Publikation ist somit auch mehr als eine Ergänzung zum Jubiläumskatalog, der in diesem Jahr unter der Federführung von Vera Reschke herausgegeben wurde."

Dr. Günter Baumann


"60 Jahre können im Rückblick inhaltlich viel oder auch ganz wenig sein. Wer bestimmt, was wichtig ist und was ausgeblendet wird? Für uns keine leichte Aufgabe zu definieren, was gezeigt werden sollte.

Jeder Mensch hat einen Namen. Jeder Mensch braucht einen Raum, der ihn aufnimmt und ihm die Möglichkeit zur  Entfaltung gibt. Die ]Schleuse 16[, der Raum für Experimentelles, bietet diesen Platz. Für die Künstler*innen durch seine Eigenart und Individualität nicht ganz einfach zu bespielen, liegt darin der besondere Reiz. Suboptimal oder perfekt, es liegt im Auge des Betrachters. Bezieht man die aktuell schwierige Lage mit ein, in der die gesamte Weltbevölkerung steckt, passt auch das. Die ideale Umgebung für uns, um sich mit dem Thema Vergangenheit, dem JETZT und der Vision von Kunst und ihren Protagonisten auseinanderzusetzen.

Der Vergangenheit wurde ein kleiner Raum gewidmet. Unveränderbar hat sie uns geprägt und gerne blicken wir zurück. Gemütlich und zum Verweilen einladend ist er. Das zur Decke „schwebende“ Textil lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters auf ein Sammelsurium an Plakaten aus sechs Jahrzehnten. Einige Plakate sind gut sichtbar und andere im Faltenwurf versteckt, gleich den vielen Ausstellungen und Vernissagen. Vieles wird gesehen und einiges bleibt dem Betrachter verborgen.

Der größte Platz ist dem JETZT gewidmet, den aktuellen Mitgliedern des Jubiläumsjahres 2021. 175 Namen, sorgfältig von Hand geschrieben, stehen gut lesbar und geordnet auf weißer Folie. Ein großer Teil davon sind aktive Künstlerinnen und Künstler, manche sind Kunstliebhaber und Förderer. Alle zusammen sind es uns wert genannt zu werden, und so haben auch alle ihren Platz im Raum. Die weißen Stelen sind der Versuch, die Mitgliederzahl von 175 sichtbar und begreifbar zu machen. Auf den ersten Blick eine Einheit, doch unterscheiden sie sich wesentlich, betrachtet man sie im Detail. Genau das macht den Böblinger Kunstverein so lebendig.

Im Raum des JETZT beginnt die Zukunft. Die Vision, wohin sich KUNST entwickeln soll, darf und kann. Zwei leere Tafeln symbolisierten zu Beginn der Ausstellung die Freiheit, den Platz zu füllen, sich einzubringen und am Projekt teilzuhaben. Einfache Tafelkreide als Werkzeug für die Besucher, um diese Leere mit Symbolen, Gedanken, Ideen und Zeichnungen zu füllen.

Die Namen und die Stelen lassen die Menschen als Individuum nicht sichtbar werden. Eine digitale Bildercollage zeigt daher ihre Gesichter, ihre Kunstwerke und ihre Gedanken. Bewertung gibt es keine - alles kann und nichts muss."

Berit Erlbacher

 

„Ein Idee wächst mit den Köpfen und entwickelt sich nur so zu einem Gesamtbild.
Der Spannungsbogen zwischen Vergangenheit, dem JETZT und einer VISION, wohin die Kunstreise für uns gehen kann, nimmt Formen an. Zusammenhalt, Vielfalt und der Wechsel der Perspektive geben diesem Projekt die Kraft, die es ausstrahlt.

Ein Projekt, das mich neugierig auf die nächsten 60 Jahre Böblinger Kunstverein macht.“

Berit Erlbacher

 


„Eine kleine Gruppe kunstbegeisterter und motivierter Künstlerinnen des Kunstvereins trifft sich zum Brainstorming für ein Kunstprojekt „60 Jahre Böblinger Kunstverein“.

Ideensuche - für und wider.
Dann EINE Idee.
Der Funke springt über.

Eine ausdrucksstarke Installation mit viel Enthusiasmus, Kreativität, Arbeitseinsatz und Herzlichkeit entsteht.

Ich möchte diese Erfahrung nicht missen.“

Claudia Fischer-Walter

 

„175 Namen und ich bin mittendrin. 175 Stelen, sichtbar aufgestellt als weiße Einheit, und doch individuell durch Risse, raue oder glatte Struktur in der Haptik - ein Verein lebt von den Unterschieden und der Lebendigkeit seiner Mitglieder. Ich habe gerne an diesem 60Jahre-Kunst-Projekt in einem wunderbaren Team mitgewirkt.“

Brigitte Staub

 

„Etwas Gemeinsames erarbeiten,
Neues entstehen lassen.
Den Händen vertrauen.
Installation und Schrift,
Schatten und Licht
gehen eine Symbiose ein.
Jede Stele ein Teil des
Ganzen.

Unsere wunderbare Zusammenarbeit.
Gemeinsam auf ein Neues.

Herzlichen Dank.“

Sissi Katefidis

 

„Ein Werk zu schaffen in Gemeinschaft von Künstler*innen erlebte ich als eine kraftvolle Erfahrung. Zwischen konzentrierter Arbeit und fröhlichen Gesprächen entstand eine beeindruckende Installation, die die Individualität der 175 Mitglieder des Böblinger Kunstvereins repräsentiert.

Ich bin sehr froh, Teil dieser Gemeinschaft zu sein.“

Andréa Ferraz

 

„Die Zugehörigkeit zum Böblinger Kunstverein hat uns zusammen gebracht. Das Projekt 60 Jahre Kunstverein zeigt, dass uns Kunst verbindet.

Ein Team von 175 Künstler*innen.

Ich habe gerne mitgewirkt. Bei weiteren Projekten bin ich gerne wieder mit dabei.“

Elisabeth Nagel

 

„Beim Schreiben der 175 Namen der Mitglieder habe ich mir die Vielfalt des künstlerischen Ausdrucks vorgestellt, die hier im Kunstverein vertreten ist. Eine großartige individuelle Bereicherung.“

Heide-Grit Sauer

Das schreibt die Kreiszeitung Böblinger Bote:

 

Das schreibt die Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung:

Das schreibt die Kreiszeitung Böblinger Bote:

Kreiszeitng Böblinger Bote - 14.12.2021 - Böblinger Kunstverein  - Sonderausstellung mit Berit Erlbacher, Brigitte Staub, Claudia Fischer-Walter, Sissi Katefidis, Elisabeth Nagel, Heide-Grit Sauer und Andrea Ferraz

 

 

Die Künstler, ihre Werke und ihre Gedanken.

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